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Lesung unter’m Abendhimmel

Spannende Geschichten, gute Weine und eine exklusive Küche.
Das sind die Zutaten für einen gelungenen Abend – ein Abend für Genießer! Dieser Überzeugung ist jedenfalls Ines Kuka vom Feinschmeckerlokal „Charlotte K.“, an der Grenze von Radebeul nach Coswig.

„Heute muss der Gastronom mehr bieten, als eine umfangreiche Speisekarte und ab und zu eine Weinverkostung. Der Gast will sich wohl fühlen und er will auch unterhalten sein.“ sagt Ines Kuka.

Aus diesem Grund startet sie mit ihrem Lokal in Radebeul-Zitzschewig eine neue Veranstaltungsreihe. Sie lädt interessante Autoren in ihren Gästegarten und serviert dazu erlesene Menüs.

Am 11. Juli geht es los mit der ersten Folge der „Lesung unterm Abendhimmel“.
Den Anfang macht Tommy Lehmann, ein erfolgreicher Radebeuler Reisebuchautor. Er bringt gleich zwei Bücher mit in den Gästegarten: Den Bestseller ?Allein auf der Elbe?, tausend Kilometer im Faltboot von der Quelle bis zur Mündung, einen Sommer lang unterwegs auf dem Fluss, vom Riesengebirge bis zur Nordsee. Dazu die gerade beim Notschriftenverlag erschienene Fortsetzung der Geschichte, ?Logbuch Rügen?. Die Reise geht also weiter, mit einem Segelboot, von der Nordsee über Dänemark bis zu Deutschlands beliebtester Ferieninsel Rügen.
Essen hält Leib und Seele zusammen, sagt man. Und gute Geschichten sind Nahrung für den Geist. Ines Kuka bietet ab sofort beides, Köstlichkeiten für Gaumen und Geist. Wohl bekomms!
charlotte K.

Hochwasserhelden

Immer wenn es Arbeiten zu verteilen gilt, die keiner so recht machen möchte, werden „Helden“ gebraucht. Ob Hochwasserschlamm, Giftmüll oder radioaktiver Dreck, der Orden an der Brust versetzt Berge. Nach ein bisschen gesellschaftlicher Anerkennung strebt doch nun jeder. Wir sagen Danke, ihr Helden der Arbeit, Ihr Helden am Sandsack! (Medien und Militär haben den größten Heldenverschleiß)

Elbe-Hochwasser 9. Juni 2013

Im Bootshaus wird gekärchert, die Wände werden getrocknet und die Scherben zusammengekehrt. Bootshäuser sind auf Hochwasser vorbereitet, denn sie stehen nun mal am Fluss, dort gehören sie hin. Und wenn das Wasser steigt, stehen sie mittendrin. Bootshäuser müssen so gebaut sein, dass sie Hochwasser aushalten. Findige Ingenieure haben das Niedrigenergiehaus erfunden. Diese zukunftsorientierten Häuser gibt es in allen Varianten. Warum hat noch niemand das Hochwasserhaus erfunden?

Elbe Hochwasser 5. Juni 2013

Eben noch war die Elbe der Liebling der Touristen, jetzt ist der Fluss “böse” und wird beschimpft. Hat dieser stolze Fluss das verdient?
Flüsse machen doch nur das, was sie immer schon gemacht haben. Sie sammeln die Wasser und leiten sie dort hin, wo sie hergekommen sind, zurück in die Meere. Das ist ihre Aufgabe. Und das machen sie schon seit tausenden von Jahren. Das machten die Flüsse auch schon, als noch keine Menschen an ihren Ufern siedelten. Täten sie das nicht, würden die Menschen bereits in den Flächen ersaufen. Also sind die Flüsse doch sehr nützliche Einrichtungen. Dass sie für ihre Arbeit etwas Platz brauchen, kann man doch verstehen. Oder etwa nicht?


„Die Idylle ist ein Mörderstück,“ sang vor ein paar Jahren schon André Heller, „schlägst du dich auf ihre Seite, schlägt sie dich zurück.“
Einige Elbanrainer sind der Idylle auf den Leim gegangen, oder einem geschäftstüchtigen Immobilienmakler.
Wer an einem Vulkan wohnt, muss damit rechnen, dass der Berg Feuer spuckt. Wer sein Zelt am Strand aufschlägt, muss damit rechnen, dass ihn eine Tsunami weckt. Und wer dem Fluss zu nahe auf die Pelle rückt, sollte schon mal Gummistiefel bereit stellen.

Elbe-Hochwasser 2. Juni 2013

Sonntagabend in Radebeul. Wir räumen das Bootshaus aus. Ruderer, Paddler und Segler. Ruhig und gelassen geht es zur Sache. Jeder packt dort an, wo gerade Hände gebraucht werden. Die Medien melden: Teile von Prag sind überflutet. Und es regnet und regnet. Eine Vb-Wetterlage wie zur ?Jahrhundertflut? 2002. Jeder hier weiß, was das bedeutet. Das Böhmische Becken hat wie eine Badewanne nur einen Abfluss, und zwar über die Elbe. Die Wasser, die heute Prag einweichen, kommen in spätestens drei Tagen am Bootshaus Radebeul an.

Alle Boote aus den unteren Regalen werden in die obere Etage buxiert oder auf dem Flachdach abgelegt. Die Kajaks sind relativ einfach umzusortieren. Etwas sperriger verhalten sich die langen Ruderboote. An die Segel- und Motorboote, die draußen am Steg vertäut sind, kommt schon keiner mehr ran. Die Besitzer können nur hoffen, dass die Seile halten.
Ein paar Tage später und ein paar Kilometer flussabwärts wird ein Fährmann seine Fähre suchen, die spurlos verschwunden ist, ein zehn Meter langes und drei Meter breites Boot, einfach weggerissen.