Elbe-Hochwasser 2. Juni 2013

Sonntagabend in Radebeul. Wir räumen das Bootshaus aus. Ruderer, Paddler und Segler. Ruhig und gelassen geht es zur Sache. Jeder packt dort an, wo gerade Hände gebraucht werden. Die Medien melden: Teile von Prag sind überflutet. Und es regnet und regnet. Eine Vb-Wetterlage wie zur ?Jahrhundertflut? 2002. Jeder hier weiß, was das bedeutet. Das Böhmische Becken hat wie eine Badewanne nur einen Abfluss, und zwar über die Elbe. Die Wasser, die heute Prag einweichen, kommen in spätestens drei Tagen am Bootshaus Radebeul an.

Alle Boote aus den unteren Regalen werden in die obere Etage buxiert oder auf dem Flachdach abgelegt. Die Kajaks sind relativ einfach umzusortieren. Etwas sperriger verhalten sich die langen Ruderboote. An die Segel- und Motorboote, die draußen am Steg vertäut sind, kommt schon keiner mehr ran. Die Besitzer können nur hoffen, dass die Seile halten.
Ein paar Tage später und ein paar Kilometer flussabwärts wird ein Fährmann seine Fähre suchen, die spurlos verschwunden ist, ein zehn Meter langes und drei Meter breites Boot, einfach weggerissen.

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