Archiv für den Monat: Juni 2013

Wetterkapriolen

Die Maya haben es uns vorausgesagt, mit dem Jahr 2013 stimmt irgendwas nicht. Ein komisches Jahr.
Erst wollte der Winter nicht weichen und die Heizkosten stiegen exorbitant. Dann fiel der Frühling aus. Manche sprachen sogar von Weltuntergang. Die Gutgläubigen hatten schon ihre Keller mit Über-Lebensmitteln gefüllt. Bockwurstkonserven, Zigaretten und Flaschenbier. Dann schrammte dieser Komet knapp an der Erde vorbei. Der hätte ja auch treffen können! Glück gehabt? Vielleicht.

Und jetzt auch noch das Hochwasser. Wieder regnet es seit Tagen.
Man könnte glatt die Frage stellen: ?Was haben wir verbrochen, dass wir so gestraft werden??

Nichts, es ist einfach nur Wetter!

Moin moin, zusammen!

Es wird Zeit für neue Abenteuer.
Pünktlich zur Leipziger Buchmesse 2014 erscheint
„Logbuch Rügen“,
die Fortsetzung des Bestsellers „Allein auf der Elbe“.

Logbuch Rügen

Menschen zieht es ans Wasser, schon immer, denn Wasser bedeutet Leben. Sie bauen ihre Häuser an Flussläufen, Küsten und Ufern. Und im Urlaub fahren sie ans Meer. Oder noch besser: Aufs Meer. Dann buchen sie eine Kreuzfahrt, gehen Hochseeangeln oder kaufen sich eine Yacht. Zweitwohnsitz Wassergrundstück! Aber wie kauft man eine Yacht? Und wenn man ein Schiff hat, wohin damit?
Logbuch Rügen ist die seltsame Geschichte über die Verwandlung eines Paddlers in einen Segler.
Mit viel Witz und Ironie berichtet Tommy Lehmann vom Tausch Paddel gegen Pinne.
Auf der Suche nach einem Heimathafen steuert er sein Boot von der Dänischen Südsee über Fehmarn bis nach Rügen. Rund um Deutschlands beliebteste Ferieninsel findet er ein traumhaftes Segelrevier, romantische Häfen und spannende Geschichten.
?Vom Wasser aus sieht man Rügen mit ganz anderen Augen?, sagt der Autor.
Logbuch Rügen ist die Fortsetzung des Bestsellers ?Allein auf der Elbe?.
Ein unterhaltsames Buch, nicht nur für Segler.

Aber Vorsicht!
Dieses Buch gehört zu einer Gattung von Texten, die einen gewissen Sog entwickeln. Es ist durchaus möglich, dass der Leser nach dieser Lektüre den Seesack packt und sich von seinen Verwandten, Arbeitskollegen und Freunden verabschiedet.
Sollten Beschwerden dieser Art auftreten, dann fragen Sie nicht Ihren Arzt oder Apotheker. Die traditionelle Medizin kann Ihnen hierbei nicht helfen. Es gibt nur einen Weg der Heilung: Das Meer.

Ab März wird das neue Buch im Handel erhältlich sein.
Der schnellste Weg ist natürlich eine Bestellung direkt beim Verlag:

Jens Kuhbandner
Notschriften Verlag 
Altkötzschenbroda 40
01445 Radebeul
Tel./Fax: 0351 ? 838 69 89
www.notschriften.com
info@notschriften.de

Elbe-Hochwasser 9. Juni 2013

Im Bootshaus wird gekärchert, die Wände werden getrocknet und die Scherben zusammengekehrt. Bootshäuser sind auf Hochwasser vorbereitet, denn sie stehen nun mal am Fluss, dort gehören sie hin. Und wenn das Wasser steigt, stehen sie mittendrin. Bootshäuser müssen so gebaut sein, dass sie Hochwasser aushalten. Findige Ingenieure haben das Niedrigenergiehaus erfunden. Diese zukunftsorientierten Häuser gibt es in allen Varianten. Warum hat noch niemand das Hochwasserhaus erfunden?

Elbe Hochwasser 5. Juni 2013

Eben noch war die Elbe der Liebling der Touristen, jetzt ist der Fluss “böse” und wird beschimpft. Hat dieser stolze Fluss das verdient?
Flüsse machen doch nur das, was sie immer schon gemacht haben. Sie sammeln die Wasser und leiten sie dort hin, wo sie hergekommen sind, zurück in die Meere. Das ist ihre Aufgabe. Und das machen sie schon seit tausenden von Jahren. Das machten die Flüsse auch schon, als noch keine Menschen an ihren Ufern siedelten. Täten sie das nicht, würden die Menschen bereits in den Flächen ersaufen. Also sind die Flüsse doch sehr nützliche Einrichtungen. Dass sie für ihre Arbeit etwas Platz brauchen, kann man doch verstehen. Oder etwa nicht?


„Die Idylle ist ein Mörderstück,“ sang vor ein paar Jahren schon André Heller, „schlägst du dich auf ihre Seite, schlägt sie dich zurück.“
Einige Elbanrainer sind der Idylle auf den Leim gegangen, oder einem geschäftstüchtigen Immobilienmakler.
Wer an einem Vulkan wohnt, muss damit rechnen, dass der Berg Feuer spuckt. Wer sein Zelt am Strand aufschlägt, muss damit rechnen, dass ihn eine Tsunami weckt. Und wer dem Fluss zu nahe auf die Pelle rückt, sollte schon mal Gummistiefel bereit stellen.

Elbe-Hochwasser 4. Juni 2013

Die Medien zetern um die Wette und überbieten sich mit ihren Schlagzeilen:
„Kampf gegen das Wasser?
„Dresden zittert vor Tschechen-Welle“
„Sachsen darf nicht untergehen“
„Gemeinsam gegen die Flut“
„Chemnitz kann gehalten werden“
usw.
Von einem „Anti-Sächsischen Schutzwall“ ist die Rede und von einer „Braunen Flutwelle“.
Das ist nichts andres als üble Militärsprache.
Dazu passend: Tiefflieger über der Stadt, bedrohliches Dröhnen der Hubschrauber, Konzert der Sirenen. THW, Feldjäger, DLRG, Rettungsdienste und Feuerwehren – alle mit Blaulicht und Martinshorn. Wer zuvor noch keine Angst hatte, kriegt sie jetzt.

Elbe-Hochwasser 2. Juni 2013

Sonntagabend in Radebeul. Wir räumen das Bootshaus aus. Ruderer, Paddler und Segler. Ruhig und gelassen geht es zur Sache. Jeder packt dort an, wo gerade Hände gebraucht werden. Die Medien melden: Teile von Prag sind überflutet. Und es regnet und regnet. Eine Vb-Wetterlage wie zur ?Jahrhundertflut? 2002. Jeder hier weiß, was das bedeutet. Das Böhmische Becken hat wie eine Badewanne nur einen Abfluss, und zwar über die Elbe. Die Wasser, die heute Prag einweichen, kommen in spätestens drei Tagen am Bootshaus Radebeul an.

Alle Boote aus den unteren Regalen werden in die obere Etage buxiert oder auf dem Flachdach abgelegt. Die Kajaks sind relativ einfach umzusortieren. Etwas sperriger verhalten sich die langen Ruderboote. An die Segel- und Motorboote, die draußen am Steg vertäut sind, kommt schon keiner mehr ran. Die Besitzer können nur hoffen, dass die Seile halten.
Ein paar Tage später und ein paar Kilometer flussabwärts wird ein Fährmann seine Fähre suchen, die spurlos verschwunden ist, ein zehn Meter langes und drei Meter breites Boot, einfach weggerissen.

Touryak

Der stolze Neuzugang in der Elbling-Flotte: Ein champagnerfarbenes Touryak aus dem Hause Prijon, getauft auf den Namen Elbling III.

Die Testfahrt auf der Neiße hat das Boot souverän gemeistert. Dabei wurde das Material keinesfalls geschont: Mit Vollgas durch reißende Stromschnellen / über Flachstellen und Sandbänke, getreidelt und geschleift / mit Einfallsreichtum und Bootswagen auf dem Landweg um lästige Wehre herumgezerrt.
Einhand von Rosenthal (kurz hinter Zittau) bis zum Ziegenhof Pusack. Später mehr dazu. Soviel nur vorweg: Wer als Flusswanderer die Einsamkeit sucht, ist auf Neiße und Oder goldrichtig.